Ein Licht in der Nacht

11/26/2016

Waldorfkindergarten für Anfänger

Wir sind nun Waldorfkindergarteneltern. Seit ein par Monaten schon. Warum? Naja, da gab es mit der Eingewöhnung in einem anderen Kindergarten ganz schön Probleme und danach hatten wir ein fast traumatisisertes Kind, das partout keinen Kindergarten mehr von innen sehen wollte... Hier, im Waldorfkindergarten haben wir uns sofort geborgen gefühlt und wir haben schnell wieder vertrauen in die "Fremdbetreuung" gefasst.



Wunderbare Waldorfwelt

Nicht nur die kindgerechte und bedürfnisorientierte Betreuung hier im Waldorfkindergarten haben uns sofort angesprochen. Es ist manchmal, als betritt man eine "Zauberwelt": Es riecht nach Bienenwachs und Rosenöl. Die Räume strahlen (trotz uralter zugiger Fenster) eine solche Wärme und Geborgenheit aus und laden zum Wohlfühlen und Durchatmen ein. Auch der Garten - mit einem Riesen-Baumhaus, Kletterbäumen, Werkbank und Beerensträuchern ist ein wahres Paradies für kleine Entdecker. Hier dürfen Kinder noch Kinder sein! Die gesamte Pädagogik und Philosophie ist darauf ausgerichtet, dass der Mensch noch Mensch sein darf (Anthroposophie). Und so sind es auch Lieder, Reime, und die traditionellen "Waldorf-Feiertage" die dem Kindergarten einen Zauber verleihen.



Weihnachtszauber

Über die Michaeli-Feier und den Beginn der dunklen (Jahres-)Zeit habe ich schon an anderer Stelle berichtet. Nun will ich über den Beginn der Adventszeit schreiben, der traditionell mit dem Adventsgärtlein startet. Dies ist eine Tradition die Ruhe bringen soll und zur Meditation einlädt.

Am Montag nach dem ersten Advent werden alle Kinder hierzu eingeladen. Im Schlafsaal wurde ein Gärtlein aus Tannenreisig aufgebaut. Darin haben sich auch kleine Zwerglein versteckt.  Alle Kinder setzen sich sich still in den Raum und betrachten den ausgelegten Weg mit Tannenreisig - entlang der Spirale. Es wird Harfe gespielt und es werden weihnachtliche Lieder gesungen. Abwechselnd zieht ein Kind nach dem anderen los, um seine Kerze in der Mitte der Spirale zu entzünden. Jedem Kind wird die Zeit eingeräumt, die es braucht, um den Weg bis in die Mitte zu laufen. Die Kerze wird anschließend entlang des Weges platziert. Das Kind schreitet, begleitet von Gesang und Harfenklängen wieder heraus aus der Spirale und zu seinem Platz.



Auch die Eltern sind eingeladen

Am Freitag vor dem ersten Advent dürfen die Eltern abends am Adventsgärtlein teilnehmen.

Daher kenne ich den Ablauf nun - weil ich gestern teil dieser wunderbaren "Prozession" sein durfte. Es hat etwas sehr meditatives: die Harfenklänge, das Kerzenlicht und der Bienenwachs- und Tannenduft. Vor allem aber die Stille habe ich sehr genossen. Wie bei meinen Yoga-Sessions ist es mir gelungen, das Gedankenkarussell abzustellen und einfach nur in der Stille zu sitzen, zu laufen und zu singen. Am eindrucksvollsten war für mich die Stille, nachdem alle Eltern ihre Kerze entzündet hatten und die Harfe verstummte. Es war eine greifbare Stille, die fast um uns vibriert hat. Ein Zauber?!

Dieses Jahr kein Vorweihnachtsstress

Mit einer dicken Erkältung, die mir noch leicht in den Gliedern steckt, und einem verstauchten "Hinkefuß" (Treppensturz mit Bänderanriss und Knochenprellung) startet nun die Vorweihnachtszeit für mich. All der Stress des Geschenke-Kaufens, Plätzchenbackens und Häuschen-Dekorierens ist in den Hintergrund gerückt. Ganz vorne steht für mich: Ruhe und Erholung. Dank dieser wunderbaren Einstimmung in die Adventszeit, schaffe ich es meinen Alltag zwischen Chaos und Wahnsinn zu entschleunigen und vor allem auch zu genießen.

Ich wünsche allen einen besinnlichen ersten Advent!


Weiterführende Links:
Mehr zum Adventsgärtlein
Mehr zum Rudolf Steiner Kindergarten

You Might Also Like

1 Gedanken zu

  1. Entschuldigt. Das neue Design mag super süß sein - leider hat mir die Kommentarfunktion "verschlampt"!

    AntwortenLöschen

Diesen Blog durchsuchen

Newsletter: