Andere Mütter...

10/16/2016

Kennt ihr das? Ihr belauscht andere Mütter oder Väter im Supermarkt oder auf dem Spielplatz dabei, wie sie mit ihrem Nachwuchs reden. Ein Satz reicht, und die Eltern sind abgestempelt: Rabeneltern!


Neulich geschehen im Tierpark:
Eine Mutter versucht verzweifelt ihren Sohn auf dem Spielplatz zu fotografieren: "Malte, jetzt grins doch mal. Guck bitte her jetzt! Komm schon!"
Sohnemann hat keine Lust auf Posing. Will spielen. Klar - wir sind ja auf dem Spielplatz und nicht im Fotostudio.
Mutter wieder:
"Schau jetzt endlich her. Gut, dann gibt es eben nachher kein Eis für dich!"

Uff! Ich beiße mir auf die Lippe und kann nicht anders, als die Frau regelrecht ANZUGAFFEN. Aber nie - niemals würde ich mir erlauben mich in Erziehungsangelegenheiten anderer einzumischen. Macht man einfach nicht. (Ist Nieselpriem neulich auch passiert.) Wir stecken nicht drin und kennen die Vorgeschichte nicht. Selbst sind wir auch oft genug mit Situationen überfordert oder gar "grundlos" genervt. 

Ich merke das gerade deutlich. Denn mit einer Wirbelblockade im Halsbereich, leide ich dauerhaft höllische Schmerzen und reagiere echt oft über überempfindlich auf kleine Streiche meiner Lausbuben.

Aber warum machen wir das ständig? Uns mit anderen vergleichen... Manchmal zum Nachteil der anderen, oft aber zu unserem eigenen Nachteil. Klar ist es wichtig, sich manchmal aus einem anderem Blickwinkel heraus zu betrachten - aber bitte nicht zu kritisch.

Letzte Woche wurde ich verbal attackiert, weil ich mich (zugegeben kurzfristig) gegen eine 50%-Stelle entschieden habe. Ich habe mich in der persönlichen E-Mail regelrecht lächerlich gemacht gefühlt - ob es nun beabsichtigt war, oder nicht. "Wie kann man sich heutzutage, denn noch ERNSTHAFT dafür entscheiden Familie an die erste Stelle zu setzen?!" Das war der Nachklang der E-Mail, die mir echt zu denken gegeben hat.

Andere Mütter kriegen das doch auch hin. Arbeiten teilweise 40 Stunden und schmeißen nebenbei noch den Haushalt. Vor allem Alleinerziehende Mütter haben einfach keine Wahl.
Habe ich überreagiert. Beglucke ich meine Kinder zu sehr.

Ich habe drei Kinder im Alter von drei Jahren und jünger. Alle drei schlafen bis heute nachts nicht durch - ich auch nicht. Ich gebe meinen Kindern, das was sie brauchen - nicht an Geld oder Spielsachen, sondern an Zeit und Zuneigung. Wenn sie nachts außer sich sind und weinen tröste ich sie, bis sie wieder eingeschlafen sind. Ich könnte Sie nie längere Zeit schreien lassen (nur um, wie es manche machen, dem Kind beizubringen endlich durchzuschlafen. Das habe ich zu anfangs mit dem Großen probiert. Es war eine schreckliche Erfahrung - für uns alle). Ich nehme es auf mich und damit alle brutalen Symptome von chronischer Schlaflosigkeit (Migräne, Herz-Kreislauf, Tinitus, Rückenschmerzen,..) in Kauf. (Zum Thema durchschlafen von Baby gibt es einen tollen Artikel von Nestling!)

Naja, aber in solchen Momenten sehe ich hauptsächlich zu berufstätigen Müttern auf und bewundere sie. Und gleichzeitig mache ich mich schlecht und werfe mir vor ein Waschlappen zu sein - warum schaffe ich das nicht?!

Wie bei so Vielem, tut es unglaublich gut sich mit anderen Müttern auszutauschen. Denn als ich dann letzte Woche gemeinsam mit anderen Müttern beim Basteln für den Martinsmarkt im Kindergarten sitze und wir uns über Berufstätigkeit und Elternzeit unterhalten, nimmt mir eine liebe Mutter den eigenen Wind aus den Segeln und sagt: "Du weißt doch gar nicht, wie es bei den anderen Müttern, die arbeiten, wirklich aussieht und wie zufrieden sie mit der Situation sind. Ich kenne Viele, die Rotz und Wasser heulen, weil sie ihren Kindern nicht die Zeit schenken können, die sie ihnen gerne schenken würden!" Zeit ist doch das wertvollste, was wir haben - und zu verschenken haben.

Das hat gesessen. Und mich wieder auf den richtigen Pfad gebracht - meinen. Der so unterschiedlich von dem anderer Mütter ist, wie meine Kinder es auch sind. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, seine Kinder zu erziehen und dazu stehen. Kritik ist unangebracht - ob am eigenen oder am Erziehungsstil der anderen. Wichtig ist, dass wir das was wir tun aus Überzeugung tun - wie bei Allem. Und dann kommt der Erfolg, der Spaß und die Lust an dem was wir tun!

Schau jetzt endlich her. Gut, dann gibt es eben nachher kein Eis für dich!



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4 Gedanken zu

  1. Manchmal gibt's eben Drullas und blöde Heinis. Aber du hast recht: Zeit ist das beste was wir geben können. Die Zeit geht so schnell vorbei. Auch wenn du jetzt zu müde bist, um es zu merken.

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    1. Drullas und Heinis... 😂 Du hast so recht!

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  2. Wo sind die Väter?
    Wenn du arbeiten möchtest, muss der Vater sich mehr um die Kinder kümmern. Wenn du aber lieber bei deinen Kidd sein möchtest, dann ist das doch OK.
    Muss sich jede Familie seinen eigenen Weg finden.

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    1. Du hast Recht! In unserem Fall leider nicht möglich. Schon alleine die Elternzeit, war nicht einfach durchzukriegen. Es passt einfach und ich bin glücklich mit der Arbeitsteilung - ehrlich gesagt möchte ich eigentlich nicht mit meinem Mann tauschen. Der tatsächlich zwei Jobs stemmt: Dreifachpapa und Alleinverdiener. Was die Arbeitsteilung etc. angeht könnte es besser nicht sein!

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