Endlich Urlaub MIT den Kindern!

8/08/2016

Ferien auf dem fränkischen Bauernhof



Ferienzeit- endlich ist es so weit. Doch wer Kinder hat, für den bekommt Urlaub einen neuen Geschmack. Erholung, Feiern oder Kultur halten sich in Grenzen, denn kleine Kinder brauchen noch regelmäßig Schlaf (was im Urlaub bei den wenigsten auf Anhieb gut klappt), wollen betreut und teilweise auch gefördert und bespaßt werden und haben daher nur mäßig Lust auf Sightseeing oder ähnliches. Trotzdem bist du selbst aber auch ein Teil der Familie und solltest daher gewisse Wünsche an den Urlaub nicht zurückstellen. 
Für uns stand dieses Jahr das Thema Erholung im Vordergrund. Mit den drei Jungs, die alle so ihre speziellen Schlaf-/ Nichtschlaf-Ticks haben, springt da nachts für uns Eltern nie mehr als fünf Stunden Schlaf raus... Und das schlaucht körperlich und nervlich. So war der Plan, die Kinder auszulasten und aber auch glücklich und zufrieden zu machen mit ihrer großen Liebe zu Tieren. Denn ein, unter allen Eltern bekannter, Grundsatz lautet: 
Sind die Kinder im Urlaub zufrieden, bist du es auch!
So ging es für uns auf den Kinderhof zum Kerabauerin Franken. Über das Internetportal Family Farm sind wir auf den Hof der Wohlfahrts gestoßen, die schon seit Generationen einen Ferienbauernhof betreiben. Diese Tatsache sowie der interessante Zufall, dass die Vermieter mit ihren drei Kindern inklusive Zwillingen in der gleichen Situation wie wir momentan sind, schon waren - auch Pseudodrillinge (zwischen den Zwillingen und dem Erstgeborenen sind 1 1/2 Jahre Abstand). Selbstredend wurden dadurch unsere Anforderungen an eine kinderfreundliche Unterkunft vollstens erfüllt. 





























Auf dem gut ausgestatteten Kinderhof gibt es insgesamt sechs Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe. Alle sind Allergiker-freundlich und mit so ziemlich allem ausgestattet, was man für die Kleinen so braucht: Kindergeschirr und -besteck, Kinderstühle, Wickelkommode mit Windeleimer und Töpfchen, Baby-Badewanne, Kinderbetten, Rausfallschutz / Bettgitter, Kassettenrekorder und Fernseher. Auf Deko und Schnickschnack wurde um der Kinderwillen verzichtet. Stattdessen kann man Spielkisten mit Lego etc. ausleihen.


 Aber das Schöne ist das freie Spiel rund um den Hof. Das große alte Steinhaus liegt an einem Feldweg, auf dem nur ab und zu mal ein Traktor oder ein Mofa vorbei tuckert. Mit den Laufrädern haben unsere Jungs die Gegend um den Stollenhof unsicher gemacht. 


Aber es gibt auch tolle Kettcars und Fahrräder (in mäßig bis schlechtem Zustand) zum Ausleihen. Der Außenbereich ist ein einziges „Spiele-Paradies“ für unsere drei Räuber: ein riesiger Sandplatz mit Schaufeln, Baggern und Trucks, ein Baumhaus mit Matsch-Küche, eine Nest-Schaukel im großen Lindenbaum, ein alter Bauwagen, Schaukeln, Rutschen (auch für die Kleinen), ein Trampolin und eine Feuerstelle an der einmal in der Woche gemeinsam Stockbrot gemacht wird. Ein riesengroßes liebevoll gezimmertes Piratenschiff lädt zum räubern ein. Hier haben sich oft lustige Spiel-Szenarien mit den anderen Kindern ergeben - es geht doch nichts über ein richtiges „Freispiel“. Und bei schlechtem Wetter können die Kinder in die Spiel-Scheune mit Rutsche ins Heu. Langeweile kam wirklich nie auf!



Auf dem Hof gibt es zwei Ponys, einen Esel, viele Hühner, Hahn und Schweine. Außerdem staunen die Kinder über zwei "wilde" Kühe, Schafe, Hasen und das Meerschweinchen Tiffi. Auch das neue Bauernfamilienmitglied Hund Omelly ist den Kinder immer noch in reger Erinnerung. Der verspielte Golden Retriever spring oft ganz verspielt über den Hof und die anliegenden Felder und freut sich über die freudigen Juchzer und Rufe der Kinder.


Für Kinder und Tiere am stressfreissten, ist die täglich gleich ablaufende Tierfütterung mit Bauer Klaus. Die Tiere scheinen bereits ungeduldig aber entspannt auf ihr Futter zu warten, während die Schüchternen unter den Kindern von Tag zu Tag mehr mit anfassen und sich schließlich immer näher an die zahmen Tiere heran trauen. Einen sehr großen Beitrag zum Wohlfühlen unserer Familie, trug Bauer Klaus bei, den meine Kinder immer noch mit "Prima" zitieren. Mit seiner freundlichen Art bringt er oftmals Ruhe in den "Hühnerstall" und erklärt allen Kindern genau, dass es die Tiere am liebsten ruhig mögen und man sich möglichst langsam bewegen sollte, um sie nicht zu verängstigen. Unsere Kinder, die normalerweise vor allem vor fremden Männern Angst haben, haben von Anfang an großes Vertrauen in Bauer Klaus und sogar die 1,5-Jährigem füttern mutig mit: sei es Karotten an die Pferde und Esel oder Körner an die Hühner. Die Schweine wurden von unserem Kleinsten jeden Morgen mit einem Klaps auf den Po begrüßt. Das traut sich manch „großes Kind“ nicht einmal.


Der Urlaub steht und fällt meist mit den "Mit-Urlaubern". Vor allem, wenn die Kinder auf dem Hof auch miteinander spielen, ist es mir wichtig ein freundliches Miteinander zu pflegen. Was das angeht, hatten wir wirklich ausgesprochenes Glück. Wir hatten nette Gespräche mit den anderen Eltern und unsere Kinder haben Freunde gefunden. Wir treffen uns wohl sogar im nächsten Jahr mit einer der Familien wieder dort. Meine drei Jungs schwärmen immer noch von deren kleiner Tochter mit dem lieben großen Bruder.
Im Umland gibt es viele Ausflugsziele. Alle meist 1 1/5 Stunden mit dem Auto entfernt. Das wäre dann genau unsere Anreisezeit… (Lasst uns doch in Maulbronn mal das Kloster ansehen?!) Naja, und wie wir zuvor festgesetzt hatten: es geht um Erholung. Unsere Ausflüge hielten sich in Grenzen. Von den anderen Familien ließen wir uns von Badeseen (so lange alle drei Kinder noch nicht schwimmen können ein absolutes No-Go für mich - mit zwei Personen als Aufsicht), Abenteuer-Spielplätzen und bezaubernden Fachwerkstädten erzählen. Unser einziger Auto-Ausflug war der Playmobil-Funpark (dazu mehr in einem anderen Blog-Post). 
Der Urlaub auf dem Bauernhof hat unseren Erwartungen so ziemlich entsprochen. Natürlich ist es, denke ich, wie in jedem Urlaub mit Kindern: die persönlichen Erwartungen in puncto Erholung blieben unerfüllt. Zwar nicht im ganzen Maße - Yoga-Übungen, Lesen, abendliches Fernsehprogramm oder lustiges Beisammensein mit den anderen Urlaubern am Abend, wenn die Kinder schlafen, war schon drin - aber im Voraus stellt man sich das immer phänomenaler vor, als es dann tatsächlich ist. Trotzdem kann ich sagen, dass wir beim Kerabauern unseren ersten richtigen Urlaub mit Kindern erlebt haben. Ein Urlaub für alle, ohne weitere (mithelfenden) Familienmitglieder, bei dem vor allem Wohlfühlen und Zusammensein eine große Rolle gespielt haben.

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