Namaste, Spargel und das Schloss

4/13/2016

Mama's Woche! Endlich mal wieder ein paar Goodies für Mama. Oft kommt das wahrlich nicht vor. Deshalb ist es umso verwunderlicher, dass ich die letzte Woche gleich mit drei Highlights aus meiner "Mutterdaseins-Mühle" rausgerissen werde - NUR im positiven Sinne.


Seit drei Jahren will ich unbedingt wieder Yoga machen. Bisher war es schlichtweg der Zeitfaktor, der mich eigentlich immer noch davon abhält. Eigentlich war ja geplant, dass der Große schon längst im Kindergarten ist (was ja bekanntlich nicht geklappt hat). Plan A, was ich mit meiner vielen Freizeit (mit einem Kind in Betreuung - HAHA) anfangen will: Yoga.
Auf einmal war ich beim Schnupperkurs... Und noch mehr "auf einmal" war ich angemeldet. Manchmal braucht man auch ein paar "Engel" die einen in die richtige Richtung schubsen. Seither startet meine Woche montags früh (8 Uhr ist Abfahrt), nachdem die Kinder an zwei verschiedenen "Betreuungsstationen" (samt am Abend zuvor fertig und ausführlich gerichteter Tasche mit Essen, Spielsachen, Wickelzeug, Wechselklamotten und Mittagsschlafzubehör - man glaubt es nicht was die Kleinen alles brauchen) abgeliefert sind. Dann darf ich #ankommenInDerMitte. Dieser Name der Yoga-Schule ist Programm. Ich schöpfe Energie, Kraft und neuen Antrieb und lerne mich zu Entspannen und auch in schwierigen Situationen (mit Yoga-Übungen) zu motivieren. Es ist meine Mama-Auszeit. Einmal die Woche dreht es sich in dieser einen Stunde nur um mich und meinen Körper. Er wird es mir hoffentlich danken. Aber vor allem bin ich zunächst mal wieder dem "Netzwerk Familie" dankbar, das mir diesen Ruhepol im Mama-Alltag ermöglicht.

Schon einen Tag später - ich scheine wohl übermütig zu sein - klingelt Abends die Tante. Heute darf sie beim Zubettgehen helfen, da ich mich mit einer Freundin zum Pizza-Essen treffe. Das "Netzwerk Familie" schlägt wieder zu... Ich kann so etwas nur jeder Mutter wünschen, ob ein, zwei oder drei Kinder. Ich treffe mich an diesem Abend seit langem wieder mit einer "Schwangerschaftsvorbereitungskursbekanntschaft". Auch wenn es mal wieder hauptsächlich um unsere Kinder geht, haben wir sehr viel Spaß. Nach der dritten verschlossenen Restauranttür haben wir Glück:  ein netter Italiener, wo wir dann doch statt Pizza Rostbraten und Spargel essen. Was zuhause abgeht ist für ungefähr zwei Stunden (fast) uninteressant. Natürlich erwartet mich bei meiner Heimkehr ein genervter Ehemann und ein (Gottseidank nur einer!) hellwacher Zwillingsbub. Mama und Papa haben halt nie Feierabend. Höchstens vielleicht mal ein bisschen Pause...

Eine größere Pause haben wir uns nun nach fast dreieinhalb Jahren Elterdasein aber schon verdient. Das hat (wieder einmal) das "Netzwerk Familie" beschlossen und uns zum dritten Geburtstag des Großen einen Gutschein für ein kinderfreies Wochenende im Hotel (inklusive Kinderbetreuung) geschenkt. Allein schon die Idee ist so zauberhaft - trotzdem hätten wir das Angebot fast ausgeschlagen. Irgendwie konnten wir uns das alles nicht so richtig vorstellen.
Doch nach vielen Gesprächen und Überlegungen haben wir uns entschieden für eine Nacht nach Heidelberg zu gehen.
So ging es nach ein paar Probeläufen (mit den Kindern) am Samstag morgen los: der Große zu den Großeltern, die Zwillinge bekamen Übernachtungsbesuch von Tante und Onkel und wir - mein Mann und ich - sind nach Heidelberg gedüst. Es war dann doch nicht so befremdlich, wie es uns alle prophezeit hatten: uns fehlte weder der zu schiebende Kinderwagen, noch die proppenvolle Wickeltasche oder Geschreie und Getolle unserer Kleinen. Ich gebe es zu, wir haben unsere Kinder nicht vermisst! Natürlich haben wir oft an sie gedacht. Wir haben uns ausgemalt, wie die Jungs die Schlossführung sprengen, indem sie die Schlossmodelle besteigen. Statt endlich mal wieder die schönen Läden und Boutiquen, die Heidelberg zu bieten hat, nach neuer Mode für uns selbst zu durchstöbern, haben wir mal wieder nur schöne Kleinigkeit für unsere Kinder gefunden. Und wir mussten uns beim Essen immer wieder ermahnen langsam zu essen, denn es befand sich ja kein quengelndes Kind an unserem Hosenbein. Ja, das Essen haben wir im Allgemeinen wohl am meisten genossen - ungestörtes Essen. Kein Herunterwürgen der viel zu großen Bissen, weil sich die Kinder die Schleichtiere um die Ohren hauen oder mal wieder ne Windel übervoll ist. Wir essen Flammkuchen, Sushi und genießen ein frisches Frühstücksbüffet, der Traum aller übermüdeter Eltern. Außerdem schlafen wir. Zwar dann doch nicht so viel, wie erwartet (Schuld ist das zentral gelegene Hotel - neben einer Cocktailbar, das viel zu weiche Hotelbett - warum sind Hotelbetten nicht für Personen über 70 Kg? - und ein schnarchender Ehemann). Aber wir werden nicht von schreienden kleinen Kröten aufgeweckt, die uns mit Vehemz in die Küche schicken zum Milch kochen. Alles in Allem schon entspannend. Und dann die Wellness. Ehrlich - ich brauche gar kein Wellness-Hotel. Für mich war es die größte Wellness einfach mal wieder EWIG bei einem Lavendelentspannungsbad in der Wanne liegen zu bleiben und in meinem Kindle zu schmökern. Anschließend statt eines ausgeleierten Duschkopfes auf Bauchnabelhöhe eine ausgiebige "Rainforest-Dusche" - hach - Wellness perfekt!
Zur gesteigerten Entspannung trägt aber auch bei, dass wir von unseren Kindern wissen, dass sie in guten Händen sind. Der Große hat mittlerweile schon viel Übernachtungserfahrung bei Oma und Opa, da hatten wir keine Sorgen. Aber dass die Zwillinge sich mit Tante und Onkel so gut machen, das hat uns überrascht und ungemein erleichtert.

Wir beenden die Woche gemeinsam bei Sandmännchen vor dem Fernseher und stellen fest, dass wir am liebsten alle fünf zusammen sind. Aber wir nehmen uns fest vor, öfters auch wieder Energie zu tanken bei "kinderfreier Zeit", denn alle drei Kinder scheinen auch mit der Familie mal wieder richtig viel Spaß gehabt zu haben.

Wunderbar! Weiter so! Ich kann nur jedem raten, selbst öfters mal "Netzwerk Familie" zu spielen. Es macht glücklich andere glücklich zu machen! Nicht jeder hat Eltern oder Geschwister, die so großzügig einspringen und helfen - manchmal gibt es bestimmt auch entfernte Verwandte oder Freunde, die gerne eine gute Tat vollbringen wollen!




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