Ein toller Tag

3/03/2016

Ich schreib hier meist, wenn ich frustriert oder verärgert bin, von unserem ziemlich harten Alltag und dem Drumherum. Es scheint, als ob ein Horror-Szenario das nächste jagt... Aber gestern war ein schöner Tag. Und das will ich nun auch mal aufschreiben. Auch um DANKE zu sagen!


Wie fängt ein guter Tag an? Alle drei Knirpse wachen entspannt (fast gleichzeitig) morgens auf und lassen sich ohne große Aufstände wickeln und anziehen. Das mit dem Töpfchen klappt irgendwie immer noch nicht. Aber man soll es ja nicht verzwingen. Die gute Stimmung unter den Brüdern kann ich dann oft nutzen, um selbst schnell ins Bad zu hüpfen. In maximal zwei Minuten bin ich fertig. So viel trau ich meinen drei Jungs mittlerweile, dass ich sogar die Badezimmertür schließen kann. Natürlich immer mit sehr aufmerksamen Ohren...

Auch das Frühstück klappt an diesem Tag super. Papa hatte bevor er gegangen ist, bereits Brote für alle geschmiert, die ich dann nur noch klein schneiden muss und füttern. Der Große - unser "Problem-Esser" - liebt zur Zeit das Frühstück und verdrückt fast ein ganzes Brot. Wunderbar!
Nach der ersten Runde Spielen - am liebsten mit den tausenden von Mini-Autos - wird wieder gewickelt (wie heißt das beim Poker "three in a row"). Da ich zum Wickeln nicht immer die vielen Stufen bis ins erste Stockwerk, wo der Wickeltisch steht, laufen will, wird auf dem Sofa gewickelt und die vollen "Stinkbomben" wandern allesamt in kleine Kosmetikbeutelchen und fliegen dann gekonnt vor die Haustüre. Bei extremem Stinkbombenalarm sogar raus vor die Haustüre, was ich aber versuche zu vermeiden. Sollen nicht alle Leute sehen und riechen wieviel Sch... bei uns produziert wird.

Und weiter spielen bis die Tante kommt. Die ist praktischerweise Lehrerin und hat einen freien Tag unter der Woche für Vorbereitung und Organisatorisches. Da eh immer sehr viele Überstunden abfallen, geht dieser Tag meist zur Hälfte für Freizeit drauf - also Freizeit im Sinne von "Arbeitseinsatz für die große Schwester und deren Großfamilie". Die Kinder sind immer so begeistert, wenn ihre Tante kommt und laufen juchzend und schreiend zur Haustüre. Eine wahre Freude. Vor allem der Große kommt auf seine Kosten und darf ganz viel mit der Tante allein spielen, während ich mich um die Zwillinge kümmere. Überhaupt spielen alle gerade so harmonisch miteinander. Ich versuche die Kleinen noch zu einem Vormittagsschlaf hinzulegen, was mit lautem Gezeter abgelehnt wird. Egal - sie spielen so friedlich, dass ich nebenbei das Essen zubereiten kann. Das läuft Dank vielen "Resten" vom Vortag, an dem wir tollerweise von der Oma bekocht wurden, ziemlich reibungslos. Und so bleibt auch für mich an diesem Tag oft Zeit zum kurz durchzuschnaufen, Facebook checken und Nachrichten tippen (soziale Kontakte kommen normal eh immer zu kurz).

Das Essen läuft wie immer auf Etappen ab. Vor allem beim Thema Essen, haben mein Mann und ich uns extrem getäuscht bevor wir Eltern wurden. Sowas stellt man sich harmonisch vor, die Kinder essen (fast) alles, und bleiben bis zum Schluss am Tisch sitzen. Liebe "Beinahe-Eltern" verabschiedet euch von dem Gedanken ganz schnell. Wenn man als Eltern nicht ständig konsequent autoritär durchgreifen will, nickt man Vieles einfach ab und sagt sich "Ich erziehe meine Kinder zu selbstständigen Menschen". Außerdem sollte gerade beim Essen kein Druck erzeugt werden, da dies (Studien zufolge) später zu Essstörungen führt. Demzufolge isst hier eben jeder wann er will, was er will und wie lange er will (wir haben trotzdem feste Mahlzeiten und es wird eben so ausgewogen gekocht, dass es normalerweise nichts ausmachen sollte, wenn mal einer das Fleisch, oder den Blumenkohl verschmäht). Und wenn man sich - als Eltern - mit dem Gedanken anfreundet, kann auch das Essen manchmal entspannt sein (mein Mann lacht bei diesen Zeilen bestimmt und fragt mich "Wann bitte?").

Danach sind meine zwei "Toddler" dann aber doch reif für die Koje und der Große darf noch mit der Tante draußen Seifenblasen machen und mit den Luftballons spielen. Er hat eine Riesenfreude und die kleinen Schlafmäuse können in Ruhe einschlafen. Toll, dass heute die Sonne scheint!

Nachdem sich die Tante verabschiedet hat, erscheinen die Großeltern, um eine kleine Runde spazieren zu laufen. Auch hier ist die Freude wieder bei allen groß, da meine Eltern gerade gesundheitlich schwer gebeutelt sind, und wir alle uns freuen, wenn sie bei bester Laune zu einem Besuch vorbei schauen. Während die Kleinen in den Zwillingswagen gepackt werden, darf mein großer Flitzer mit seinem Laufrad mit mir auf den Schulhof, wo wir locker mit seinen Freunden (zwei süßen Geschwister-Buben ungefähr im gleichen Alter) mitsamt Mama und Oma verabredet sind. Mein großer Sohn freut sich jedes Mal so sehr, die beiden zu sehen und spricht oft tagelang von nichts anderem. Es tut auch mir gut, mich zwischendurch mit Gleichgesinnten zu unterhalten. Unsere Fast-Nachbarn sind so freundliche und nette Leute - ich kann es auch nur meinem Sohn nachmachen und mich einfach mega freuen beide zu treffen. Gedanken und Sorgen, die ich mir mache, über die ich aber auch nicht ständig reden will, vergesse ich oder kann sie sogar teilen! Es gibt nichts, was einer gestressten Mama mehr gut tut, als eine andere gestresste Mama, die einen in den Arm nimmt und sagt, dass man sich keine Sorgen machen soll!

Nach einer Stunde Spaziergang werden die Zwillinge abgeliefert und schauen den anderen Buben einfach nur lieb beim Spielen zu. Kein Quengeln, kein Zerfen oder "Ich will raus". Sie sitzen einfach im Wagen und gönnen ihrer Mama einen entspannten Plausch, während der Große sich mit Laufrad, Malkreide und Fußball verausgabt. Nachdem wir alle so richtig durchgefroren sind, werden wir (vier laute freche Räuber samt Räuberhauptmann-Mama) sogar noch auf einen kurzen Tee eingeladen. Obwohl ich noch kurz Bedenken habe, ob es nicht zu stressig wird (alleine das aus- und anziehen von den drei Kleinen), lasse ich mich gerne bewirten und genieße einfach nur die Unkompliziertheit. Sechs Kinder (Nachbars-Mama hat sogar noch ein Gast-Kind) Toben und Spielen um uns rum, während wir Tee trinken und uns unterhalten. Unglaublich!

Das muss ich den ganzen Abend, nachdem wir wieder zu Hause sind, wo Papa schon auf uns gewartet hat, noch denken. Unglaublich, wie schön es heute war! Mein großer Sohn erzählt mir vor dem Einschlafen noch, dass er von seiner Tante und Oma träumt und ich weiß, dass ich einfach nur von einem tollen Tag träume - mit noch viel tolleren Menschen um mich herum, für die ich einfach nur dankbar bin.



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