Wie randalierende Rockstars...

1/30/2016

Ohja, schon immer wollte ich drei Kinder. Dass es drei Jungen werden, das war nicht geplant. Aber wer kann das schon?! Ich bin dankbar, obwohl ich anfangs immer noch geschwärmt habe, es doch nochmal zu probieren. Ein Mädchen wäre doch auch noch schön... Ne, ich bin feddisch! Drei Kinder sind genug - für uns! Und ich bin immer mal wieder ganz schön happy, dass es Jungs sind und keine Mädels. Spätestens in der Pubertät, werde ich noch dankbarer sein.

Die letzte Woche hat mir dann aber doch Angst gemacht. Meine Jungs sind mittlerweile fast drei (der Große) und 1 1/2 Jahre (die Zwillinge) alt. Und sie haben jetzt ein ganz neues "Spiel-Level" erreicht. Sie spielen (schon immer) sehr selbstständig und brauchen wenig Bespaßung. Jeder hat seine eigenen Lieblingsspiele: Buch lesen, Bauklötze bauen oder Motorradfahren. Sie sind alle drei ziemlich unterschiedlich. Aber eines haben sie beim Spielen gemeinsam: sie sind riesige Lausbuben und stellen einfach gerne was an! Es sind halt Jungs!

Gestern war es aber so schlimm, dass ich abends keine Stimme mehr hatte vom vielen Schreien. Natürlich schimpfe ich auch... Aber ich hab auch oft vor Schreck geschrien. Ihr neues Spiele-Level könnte heißen "Mama ablenken - und dann was anstellen". Sie haben schon regelrechte Rollenverteilungen (natürlich) nonverbal vereinbart. 

Ein Beispiel: Während Mama den einen Zwilling wickelt, wird sie in eine Kissenschlacht mit dem Großen verwickelt. Klingt nach Multitasking? Für mich war es eine einfache Übung. Allerdings habe ich den anderen Zwilling komplett aus den Augen verloren. Er hat es geschafft den Treppenhochstuhl so zu verschieben, dass er auf's Fensterbrett klettern konnte und mit der Fliegenklatsche das Fensterbrett inklusive voller Gießkanne abräumen konnte. Das scheint schon sehr durchtrieben. Aber gestern haben sie mindestens 10 solcher Aktionen gestartet.
Ein anderes Beispiel: Mama liest dem einen Zwilling ein Buch vor, während der Große mit dem anderen Zwilling sich klammheimlich auf den Gang schleicht. Dort werden die Schmutzwäsche-Behältnisse geleert und die leeren Kisten das Treppenhaus runter geschmissen. Von dem Lärm alarmiert renne ich zu den zwei Lausbuben. Die sitzen frech grinsend und juchzend, mit Mamas BHs dekoriert, im Gang und freuen sich was für einen Lärm die Plastikboxen beim Runterfallen machen. Bei dieser Szene muss ich mir aber dann doch ein Lachen verdrücken und schimpfe: "Ihr seid doch keine Rockstars, die im Hotelzimmer randalieren!"

Nein, das sind sie nicht. Aber es sind drei Lausbuben, die aus dem selben Holz geschnitzt sind und schon ziemlich clever für ihr Alter sind. 
Sie probieren sich aus, lernen, fallen hin, lernen und testen immer wieder Grenzen auf. Diese Grenzen müssen da sein, damit sich die Kinder nicht verloren fühlen. Und sie müssen immer wieder abgesteckt werden. Aber - auch wenn ich mich über Pfützen auf dem Laminat oder verstreute Wäscheberge ärgere - ich sage mir auch immer wieder wie gewitzt, frech und goldig die Drei, auch bei Ihren ganzen Streichen sind. Und sie lernen dadurch auch so viel. Sie entwickeln Sozialkompetenzen wie Teamwork, sind unheimlich zielstrebig und zeigen, dass sie sich was einfallen lassen, um an ihr Ziel zu gelangen. Auch auf meine randalierenden Rockstars bin ich ziemlich stolz und schon gespannt auf den nächsten Streich! Es kommt auch immer wieder eine ruhigere Phase oder ein Wochenende an dem Papa mithilft.

Wäre doch langweilig - so ganz ohne Streiche! Michels Mama, hat ganze Hefte mit seinen Streichen gefüllt. Vielleicht schaffe ich das auch. Sind ja immerhin drei "Michels".

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