Vom Bloggen und Schlafen

1/10/2016

Schreibblockade - es geht Nichts mehr. Und ich zermartere mir den Kopf woran es liegen könnte. Ich zweifle an meinem Blog, an Facebook, am Internet - der gesamten virtuellen Welt. Von einer Freundin ("Danke Nina") bekomme ich ein gutes Buch empfohlen: "How to make a Living with your Writing" von Joanna Penn. Ich stöbere mit meinem Kindle und stoße auf weitere interessante Literatur zum Thema bloggen. Das Buch "Blogging Guide" von Tinka Beere stellt sich als wunderbarer Ratgeber für mich - blutige Blog-Anfängerin dar. Sie liefert unheimlich viele praktische Tipps und Links. 
Ich beschließe in Zukunft auch Zeit in die Gestaltung, Aufmachung und Strukturierung des Blogs zu stecken. Werde mich wohl oder übel auch mit HTML auseinander setzen müssen. Und natürlich muss ich die eh schon kaum vorhandene Freizeit nun vom eigentlichen Schreiben abziehen. Es gibt also nicht mehr wöchentliche Posts - das gibt es ja leider schon länger nicht mehr. (Übrigens könnt ihr jetzt Kommentare schreiben! Und ich arbeite an einer guten Sidebar und einem Newsletter, sodass wir nicht von Facebook abhängig sind).


Im Buch von Joanna Penn lese ich:
"Creating things is tiring. {...}so getting enough sleep is critical." (PENN 2016: Pos. 155-156).
Das bestätigt mich ja auch wieder. Mit einem nächtlichen Schlafpensum von zur Zeit 3 Stunden kann ich nicht viel Kreativität meinerseits erwarten. Und da trifft mich eine weitere Erkenntnis:
Müde Mama = schlecht gelaunte Mama = schlecht gelaunte Kinder.
Als Konstanzer Politik-Alumna habe ich gelernt, dass jeder Pups eines Diplomaten in eine Formel gepackt werden kann. Wieso nicht auch eine müde Mama.
Aber da gibt es doch auch den Spruch "nach müd' kommt blöd'". Also in Formel ausgedrückt:
Müde Mama < Blöde Mama.
Merke ich jetzt gerade beim Schreiben dieser Zeilen.

Ja, die letzte Nacht war mal wieder speziell. Zu allererst habe ich den "Fehler" gemacht mit meinem Mann endlich unseren Sylvester-Sekt zu trinken. Seit Weihnachten hatten wir nämlich abends keine Zeit mehr mal gemeinsam anzustoßen. Es war obendrein sogar unser Jahrgangs-Sekt aus dem Jahr in dem wir geheiratet haben. Ein fünf Jahre alter feiner Rosé von Geldermann hat munter in unseren Flöten gesprudelt, während wir endlich mal wieder wichtige Dinge wie Urlaub, Finanzen und natürlich Politik besprechen konnten. Alle drei Knaben haben erstaunlich lieb geschlafen, also wir mussten pro Kind bis 23 Uhr nur zweimal die Treppen hoch springen (waren also sechs mal bei den Jungs um sie zu beruhigen und nötigenfalls mit Globuli "abzufüllen"). Aber wie gesagt, für unsere Verhältnisse war es ein ruhiger Abend. Doch wie sagt das Sprichwort: "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben." Ich weiß nicht mehr wie viel Uhr es war als ich den ersten Zwilling schreiend und flehend zu mir ins Bett geholt habe. Sofort schlief er selig ein. Doch das war die Ruhe vor dem Sturm. Um 2.30 Uhr meldet sich Zwilling Nummer zwei schreiend. Nichts Böses denkend, nehme ich ihn ebenfalls zu mir ins Bett. Fataler Fehler. Denn er veranstaltet solch ein lautes Geschrei und Gejaule, dass mein selig schlafendes Mäuschen aus dem Schlaf hochschreckt und sich partout nicht mehr beruhigt. Ich weiß, wie gesagt, leider nicht mehr die zeitliche Abfolge, jedenfalls habe ich ab 2:30 nicht mehr geschlafen. Hilflos habe ich zwischendurch versucht meinen Mann zur Hilfe zu holen. Der mir (jedoch schlafend) versicherte, er komme sofort. Hat er wohl geträumt... Um 6 Uhr wurde er dann geweckt, da ich nicht mehr konnte! Ich durfte danach noch genau 20 Minuten schlafen, bis meine bessere Hälfte mit lautem Geschrei und Rolladen hoch reißen beschlossen hatte, dass jetzt eben alle aufzustehen haben... Nerv!

Und so hänge ich jetzt drin und merke so langsam, dass sich die Müdigkeit meines Kurzzeitgedächtnisses bemächtigt hat. "Habe ich die Jungs jetzt gewickelt, oder wo kommen die Windeln plötzlich her, die der große Zwilling stolz durch's Wohnzimmer trägt?!" Was hilft? Kaffe und Schokolade. Am besten die Oreo-Kekse mit weißem Schokoladen-Überzug. Mhhmmm. Das Gedächtnis kommt zwar nicht wieder, aber eine einigermaßen ertragbare Mama.

Ihr lieben Nachtschicht-Arbeiter. Ich habe Verständnis, dass euch das Schuften in der Nacht schlaucht und auch ihr an eure körperlichen Grenzen stoßt. Im Bekanntenkreis habe ich einige dieser Spezies. Und ich muss sagen "Hut ab!" Aber bitte erwartet von mir kein Mitleid! Schlaf nachholen... Ja, klar. Für euch essenziell. Für mich ein Witz! Ich kann meine Kinder nicht einfach "ausstempeln". Die fordern mich, (leider momentan fast) 24 Stunden. Ach das bisschen Haushalt und die Kinder. Das läuft doch von alleine! Jaaa, genau!

Da fällt mir wieder einer der altklugen Sprüche ein: "Drei Kinder sind dreimal so viel Freude als eins, aber genau so viel Arbeit wie eines." Hä, Hallo... wie soll das gehen? Das musste ich gestern beim Staubsaugen erst wieder denken, als es neben dem CD-Regal im Wohnzimmer verdächtig geknistert hat. Bei einem Kind, weiß ich normalerweise wenigstens ungefähr, wo das Kind seine Brezel, Keks oder Apfel-Reste verschwinden lässt. Aber mit drei kleinen Jungs - puh. Ebenso das aufräumen. Ich kann ja nicht einfach drauf los staubsaugen, wie früher, ohne Kinder. Es ist unglaublich, was hier alles auf dem Boden rumliegt, bevor ich sauge. Was ne organisierte Mama ist, wird das Zeug halt auch nicht einfach auf Tisch und Sofa geschmissen. Alles hat schließlich seinen Platz und sein Schächtelchen. (Manchmal fehlt mir auch dazu die Muße). Ne, und von nem Zweijährigen und zwei Einjährigen, kann ich noch nicht erwarten, dass sie alles alleine aufräumen.

Ich kann mal wieder nur ein Loblied auf die Familie singen. Denn der große darf heute einen Tag bei der Tante verbringen und die Zwillinge werden nachmittags von Oma und Opa besucht und schließlich durch's Wohngebiet chauffiert. Während ich mich ein wenig ausruhen kann. Aber der Punkt an dem ich mich meiner Müdigkeit hingebe ist längst überschritten. Mein Verstand hämmert sekündlich an alle Synapsen die Parole: "NICHT DIE AUGEN SCHLIEßEN. IMMER WACHSAM!" So geht es mir dann auch abends als ich um 19.30 Uhr im Bett liege und versuche einzuschlafen. Statt Traumsand schwirren mir nur neue Blog-Ideen im Kopf herum. So ist das irgendwie oft: Je übermüdeter ich bin, desto bessere Ideen habe ich für neue Blog-Beiträge. Manchmal komme ich mir in diesem Zustand fast betrunken oder so vor... Hmmmmm.... Wie früher beim Hip-Hop-Texten. Hihi!

Und nun, liebe Synapsen gilt die Parole: "Klappe zu und ratzdiefatz! Gutnacht!"

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1 Gedanken zu

  1. .........du armes Mädchen - ich würde dir so gerne wieder eine Nacht gönnen, in der du durchschlafen kannst - aber wahrscheinlich ist es wie du schreibst - dann würde dich das Mama-Gen im Kopf immer wachhalten........ Susanne

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