So is es ... oder doch nicht (Pt. 2 - die Zwillinge)

8/16/2015

Im ersten Teil "So is es" hab ich mich ja schon gefragt, is es wirklich so - das Mama-Sein?


Ein Kind füllt einen perfekt aus und nach so ca. 1,5 Jahren hat alles einen tollen Ablauf und es springt mehr und mehr Freizeit für die Eltern raus. Doch gerade als wir (mein Mann und ich) uns daran gewöhnen konnten, kam neuer Familienzuwachs: unser Doppelpack.

Bevor wir Kinder hatten, habe ich oft im Spaß gesagt "Ich will mal Zwillinge". Ich hab mir das toll vorgestellt. Alles im Doppelpack inklusive natürlich der Schmuseeinheiten und dem "oh-wie-süß-Faktor". Beim Spazierengehen hören wir zu oft "Oh wie toll! Zwillinge!" (aber daraus machen wir einen anderen Post). Ja, man meint zu glauben die Freude wäre groß. War bzw. ist sie auch. Das streite ich nicht ab.  Doch da unser Großer irgendwie noch ein Baby war, hatte ich einfach nur ANGST. 

Hm, wie haben wir uns das nun vorgestellt? Ehrlich gesagt gar nicht. Wir hatten - wie gesagt - einfach nur Angst oder Respekt vor der Heiden-Arbeit, die uns erwartet. Und so wurde es dann auch. Die Zwillinge sind jetzt bald ein Jahr. Eine zu kurze Zeit um ein Resümee zu ziehen. Erfahrene Zwillingseltern meinten zu mir "ab drei Jahren wird es besser". Warten wir's ab! Bis jetzt muss ich aber ehrlich gestehen bin ich überrascht. Überrascht, dass wir noch leben, dass wir noch gesund sind und vor allem, dass wir (mein Mann und ich) uns noch lieben.

Wo soll ich da anfangen unseren Alltag für nicht Zwillings- bzw. Drillingseltern grob zu skizzieren. Ein Beispiel: seit nun fast einem Jahr, also seit es die Zwillinge gibt, war ich letztes Wochenende zum ersten Mal, alleine shoppen - für drei Stunden. Ich stille schon länger nicht mehr tagsüber, also wäre das kein Grund. Aber es ist trotz Großeltern und Tanten in der Nähe nicht so einfach einen Baby-Sitter für alle drei zu finden. Das traut sich (bis jetzt) einfach noch keiner so recht zu. An zwei (manchmal drei) Tagen in der Woche ist der Große bei den Großeltern. Den einen Tag kommt die eine Tante den ganzen Tag zum helfen. Am Wochenende ist oft die andere Tante da, um im Haushalt und mit den Kindern zu helfen. Und manchmal kommt noch jemand zum Spazieren gehen. Außerdem kommt noch eine Großtante, um beim Putzen zu helfen. Und trotzdem stapeln sich Wäscheberge, wir Eltern sind übermüdet und haben ein Minimum an Zeit für UNS zur Verfügung.

Es schreit einfach immer einer, oder hat die Windel voll oder haut dem anderen das Spielzeugauto über die Rübe, oder verteilt Bretzel-Stückchen im Wohnzimmer oder baut die Stereo-Anlage auseinander,... (Mir schwant Übles, wenn unsere Lausbuben einmal älter sind.) Das heißt Multi-Tasking ohne Ende und zwischendurch nie vergessen, dass man selbst auch Bedürfnisse hat wie Essen, Toilette oder Dusche. Ja, und jetzt plan das mal mit drei "Schreihälsen" in deinen Tagesablauf ein! Duschen oder (nur) Haare waschen oder gar Fingernägel-Schneiden sind echte Luxus-Wellness-Zeit. Das mache ich dann, wenn ich eigentlich schlafen sollte. Und wenn mal wieder alle spinnen und nicht schlafen können, gehen solche simplen Dinge NUR MIT BABYSITTER! Mein Mann und ich, wir nehmen uns zu hundert Prozent zurück. Wir haben quasi keine Freizeit mehr, geschweige denn, dass wir mal alleine ohne die Kinder rauskommen, außer zum arbeiten (dazu zähle ich auch den Wocheneinkauf, den ich meistens ohne Kinder mache). Manchmal haben wir das Gefühl hier im Arbeitslager zu sein... Aber ehrlich gesagt ist das schön. Familienleben eben! Wir waren schon immer Menschen die gerne gemeinsam zu Hause ihre Zeit verbracht haben. Wir brauchen kein Getümmel und keinen "Fitness-Studio-Fönwellen-Lifestyle". Unser Fitness-Studio sind unsere Kids und beim gemeinsamen Spaziergang durch den Wald oder das UNESCO-Weltkulturerbe (hier im Ort) kommen wir auch "raus".

Unsere Zwillinge haben irgendwie geahnt, dass wir "aufgeregt" sind und sind (im Vergleich zum Großen in seinem ersten Jahr) sehr lieb und "einfach". Beikosteinführung, Ein- und Durchschlafen, Stillen - alles echt extrem unproblematisch (wie gesagt, im Vergleich). 
Die drei Kinder füllen uns jetzt perfekt aus. Und ich nehme an, dass das auch noch echt lange so sein wird. Aber das ist auch gut so und macht Sinn! Die Momente, in denen ich kaum fassen kann, dass ich drei kleine, süße Bengel habe sind wunderschön und oft genug. Zum Beispiel wenn sie alle zusammen ihre Autos brumm brumm machen lassen, oder morgens zusammen im Bett kuscheln, ihre Schnullis tauschen oder mich in den Arm nehmen und (wie der Große neulich) sagen "Hab dich lieb, Mama".

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